Markgräfler Symphonieorchester e.V.

Samstag/Sonntag, 19., 20., 26. und 27. Februar 2005 im Bürgerhaus in Müllheim, in Zusammenarbeit mit der Ballettschule "Dance Works" Kim Hoffmann:
Peter und der Wolf und Karneval der Tiere Badische Zeitung vom 23. Februar 2005: Zeitungskritik

Zeitungskritik

vom 23. Februar 2005 nach den ersten beiden Konzerten (Text):

Hier Peters Kapriolen und Sprünge, da Wolfes Eleganz und Wildheit

Das Markgräfler Symphonieorchester und das Ballettensemble Dance Works begeistern restlos / Weitere Aufführungen: Am Sonntag sind noch Plätze frei

MULLHEIM (fl). Total ausverkauft waren die beiden ersten Vorstellungen von "Peter und der Wolf" und "Karneval der Tiere" im Bürgerhaus. Das Markgräfler Symphonieorchester (MSO) unter der Leitung von Uwe Müller-Feser und das Ballettensemble Dance Works von Kim Hoffmann begeisterten mit einer großartigen Aufführung. Die beiden Werke, die sich bei Kindern und Erwachsenen großer Beliebtheit erfreuen, sind vom MSO musikalisch liebevoll umgesetzt und von Kirn Hoffman genial choreografiert worden. "Peter und der Wolf", von Sergej Prokofjew speziell für Kinder geschrieben, ist mit dem pädagogischen Geschick und der Einfühlsamkeit realisiert, die der Intention des Komponisten entspricht. Die spontane Einbeziehung von Kindern aus dem Publikum bei der Einleitung der Musik, die Suche nach dem Sprecher (Klaus Müller-Williams) im Orchester machen Spaß und erhöhten die Spannung.
Ideal besetzt ist die Lausbubenrolle des Peter mit dem wendigen Nathan Egel, der alle Kapriolen und Sprünge souverän beherrscht. Den Wolf tanzt mit gelungener Balance zwischen Eleganz und Wildheit Sonja Moritz.

Der kapriziöse Vogel (Linn Villard), die verspielte Katze (Katharina Sattler) und die lustige fette Ente (doppelt besetzt mit Michaela Relser und Carola Egel) bilden ein fabelhaftes Team, das durch den gutmütigen Großvater (Laura Dettling) und die tollpatschigen Jäger komplettiert wird. Es gelingt den jungen Tänzern, die choreografischen Details in hervorragender Weise mit Leben zu erfüllen; dabei kommen auch die Besonderheiten der einzelnen Charaktere nicht zu kurz.
Wenn der Löwe schmachtet
Camille Saint-Saens "Karneval der Tiere" (Sprecher: Michael Wälde) bietet in tänzerischer Hinsicht sowohl solistische Highlights als auch wundervolle Ensembleszenen. Auch hier hat sich Kirn Hoffmann choreografische Kabinettstückchen ausgedacht. Man schmunzelt, wenn der hochmütige Löwe (Sarah Schacher) der stolzen Elefantenballerina (Maren Bronner) verliebte Blicke zuwirft. Der anmutige Auftritt des Kuckucks (Sophie Türk und Janine Benndorf) ist ein moderner Kontrapunkt zum klassischen Tanz des Schwans (Nora Zügel) im weißen Tütü.

So bunt wie die Farben der Kostüme sind auch die choreografischen Kaprizen der übrigen Tiere: stolze Hähne und Hühner, mutwillige Eselchen, ein pittoreskes Vogelhaus voller Kolibris und ein Aquarium mit geheimnisvoll schwebenden Schleierfischen. Einzigartig die köstliche Persiflage des Pariser Revuetanzes mit den Schildkröten! Die Fossilien treten als Hiphopper auf, und süße kleine Kängurus bieten Erfrischungen an. Humorvolle in Szene gesetzt ist auch der Auftritt der übenden Tänzerinnen. Im großen Finale, wenn alle noch einmal gleichzeitig auf der Bühne stehen, wird erst so richtig deutlich, welcher Aufwand hinter der Aufführung steckt. Beeindruckend ist vor allem das perfekte Zusammenspiel von Musik und Choreografie; einen besseren Beweis für die erfreuliche Teamarbeit bei dieser Inszenierung kann es gar nicht geben. Am Wochenende wird es zwei weitere Aufführungen geben - am Sonntag (27. Februar, 16 Uhr) sind noch Plätze frei -, da der Andrang des Publikums zu nicht abreißen will.

Bianca Flier


Bildunterschrift:
Lausbub Peter mit dem karpriziösen Vogel und Jägern: Das Markgräfler Symphonieorchster und Dance Works begeisterten das Publikum derart, dass sie eine Aufführung einschieben müssen.